Orlando Consort © Eric Richmond

Orlando Consort


Fünf Stimmen für eine Heldin - Jeanne D'Arc


Carl Theodor Dreyers Stummfilm-Meisterwerk mit mittelalterlicher Live-Musik


Mit 13 Jahren hatte die Bauerntochter Jeanne d’Arc ihre ersten Visionen, in denen sie die Stimmen der heiligen Katharina, des Erzengels Michael und der heiligen Margareta vernahm, die ihr auftrugen, Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin zum Thron zu führen. Der 100-jährige Krieg war in vollem Gange, doch aller Widrigkeiten zum Trotz erfüllte Jeanne d’Arc den heiligen Auftrag und wohnte 1429 der Krönung des Thronfolgers in Reims bei. Jedoch erfuhr das Schicksal der gefeierten Heldin eine drastische Wende, als sie durch Verrat vom Feind gefangen genommen und vor das Inquisitionsgericht gestellt wurde, das die 19-Jährige zu Unrecht „wegen ihres Aberglaubens, ihrer Irrlehren und anderer Verbrechen gegen die göttliche Majestät“ zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilte.

Dass der Dänische Regisseur Carl Theodor Dreyer diesen auf der Magie visionärer Stimmen basierenden Stoff für seinen Stummfilm „La Passion de Jeanne d’Arc“ wählte, ist ein reizvolles Paradox. Während Jeanne d’Arcs Verstummen durch ihre Hinrichtung bereits antizipiert ist, erlangt ihr Portrait eine stille Lautstärke von ungemeiner Eindringlichkeit - nicht zuletzt dank der überragenden Renée Maria Falconetti in der Titelrolle.

Als der Film 1928 erschien, sah er sich zunächst der heftigen Kritik der französischen und englischen Kirchen ausgesetzt - zu drastisch erschienen den Zensoren die Darstellungen der Verurteilung und Hinrichtung der Titelheldin, die erst 1920 vom Papst heilige gesprochen wurde. Heute kann sich kaum einer der unmittelbaren Wirkkraft dieses Meisterwerks entziehen - besonders dann nicht, wenn seine Bilder mit einem sensibel interagierenden Mittelalter-Soundtrack, live gesungen vom renommierten Orlando Consort, verschmelzen. Die verstummte Stimme von Jeanne d’Arc hallt dabei nach in der fünfstimmigen Vokalmusik ihrer Zeit.

Orlando Consort © Eric Richmond


Werke

In der Musikzusammenstellung (Donald Greig) finden sich neben Gregorianischen Chorälen Vokalwerke von Guillaume Dufay, Johannes Le Grant, Gilles Binchois, Richard Loqueville, Johannes Reson u.a. Der genaue Ablauf mit Anmerkungen zur Korrespondenz von Text und Musik kann hier eingesehen werden: www.orlandoconsort.com/scenebreakdown.htm

Die Vorführung dauert rund 95 Minuten ohne Pause.

Orlando Consort

Das Orlando Consort wurde 1988 durch das Early Music Network of Great Britain gegründet und erlangte schon bald sein heutiges Ansehen als eines der führenden Ensembles für die Musik der Jahre 1050 bis 1550.

Ihre Arbeit kombiniert musikalische Begeisterung mit wissenschaftlich fundiertem Fachwissen. Das Ensemble zeichnet sich durch hervorragende sängerische Fertigkeiten und einen einzigartigen Einfallsreichtum aus, der sich in der Originalität ihrer Programme spiegelt.

Auftritte führten die englischen Sänger zu den größten Festivals in Großbritannien, darunter zu den BBC Proms und zum Edinburgh International Festival und auf Tourneen nach Deutschland, Österreich, Frankreich, Belgien, in die Niederlande, Tschechien, Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Schweden, Estland, in die USA, Kanada, nach Südamerika, Singapur, Japan, Polen, Russland, die Schweiz und Slovenien. Erst kürzlich gab das Ensemble mit seinem Programm La Passion de Jeanne d’Arc sein Debüt bei den Salzburger Festspielen.

Die umfangreiche Diskographie des Ensembles beinhaltet u.a. Aufnahmen für harmonia mundi und die Deutsche Grammophon.


Technische Anforderungen

- 5 Notenständer mit Pultbeleuchtung

- 2 kleine Tische (normale Tischhöhe), um Laptop (bringt das Ensemble mit) und einen extra Bildschirm (dieser muss bitte zur Verfügung gestellt werden) abzustellen, dazu einige Bücher o.ä., um die Höhe des Bildschirms für die Musiker anzupassen

- Eine Steckdose mit Verlängerungskabel (für Laptop und Bildschirm)

- Ein Blu-Ray-Wiedergabegerät, ein Beamer und eine Leinwand (die Größe der Leinwand liegt im Ermessen des Veranstalters) - sowohl Projektion von vorne als auch hinten sind möglich; die 5 Sänger stehen am liebsten vor und unter der Leinwand, um das Bild nicht zu verdecken, können aber, falls es die Räumlichkeiten nicht anders zulassen, auch seitlich stehen. Das Bildformat muss 4:3 entsprechen.

- Ein Anschluss des Beamers muss mit dem Bildschirm des Ensembles auf dem Tisch verbunden werden, damit sie simultan sehen können, was das Publikum sieht, hierzu wird ein Kabel benötigt

- Schwarzer Stoff, um Tische und Kabel zu verdecken

- 5 Flaschen stilles Wasser für die Sänger auf der Bühne

- Ein Techniker des Veranstalters wird im Prinzip nur ganz zu Beginn des Films benötigt, wenn die drei Bildschirme (Leinwand, Laptop und Extra-Monitor) synchronisiert werden müssen.