Lucerne Festival Orchestra Brass - Biografie

Lucerne Festival Orchestra Brass © Georg Anderhub / Lucerne Festival

„Sechzehn Bläser und vier Schlagzeuger sorgten für jene prächtige Klangrede, wie man sie eben vom Festivalorchester her kennt: Präzise und mit warmem Timbre die Tongebung, virtuos die Artikulation, homogen das gesamte Registergefüge. [...] Mussorgskys ‚Bilder einer Ausstellung’ standen im Zentrum. In dieser Fassung steckte alles drin, womit sich die Bläser auszeichnen konnten: von der melancholisch-herben Grundgestalt über den Wiedererkennungswert des ‚Promenade’-Themas, die Bravourstücke mit ihren schönen solistischen Kantilenen bis hin zur finalen Steigerung im ‚Großen Tor von Kiew’. Der Applaus war enthusiastisch.“

(Neue Luzerner Zeitung)

Das sensibel aufeinander abgestimmte musikalische Miteinander zwischen den Musikern steht ihm Zentrum der künstlerischen Arbeit des 2003 gegründeten Lucerne Festival Orchestra. Umso mehr gelangt dieser Gedanke zur Geltung, wenn nicht in großer Sinfoniebesetzung musiziert wird, sondern dann, wenn sich die Orchestermitglieder daneben zu kleineren Ensembles, oft auch mit ungewöhnlichen Besetzungen, formieren. Auf diese Weise gelangen auch Werke zu Gehör, die im Konzertleben eher vernachlässigt werden, weil es für ihre Instrumentalbesetzung keine spezialisierten Ensembles gibt.

Zu einer festen Formation hat sich mittlerweile das Lucerne Festival Orchestra Brass entwickelt. Rund um den Trompeter Reinhold Friedrich als „Spiritus rector“ schließen sich die Blechbläser des jeweiligen Jahrgangs zu einer hochkarätigen Kammermusikvereinigung zusammen, um ein Repertoire von der Renaissance bis zur Gegenwart zu erarbeiten. Dabei sind die Programme anhand der thematischen Schwerpunkte des Festivals in origineller Weise zusammengestellt. Sie umkreisen Aspekte wie etwa Natur, Eros, Nacht und Glaube oder präsentieren auch Kompositionen, die ganz bewusst als Raummusiken angelegt sind. Das Repertoire des Ensembles setzt bei der frühen Mehrstimmigkeit an; es exponiert die venezianische Mehrchörigkeit und erstreckt sich über Klassik und Romantik bis ins 20. Jahrhundert und zu heutigen Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Wolfgang Rihm, Galina Ustwolskaja und Einojuhani Rautavaara.

Für seine Projekte gibt das Lucerne Festival Orchestra Brass auch immer wieder neue Bearbeitungen in Auftrag, sodass der dramaturgischen Phantasie kaum Grenzen gesetzt sind!

Eine erste CD mit Mussorgskys „Bildern einer Ausstellung“ ist 2013 beim Label Accentus erschienen.