Duo Friedrich - Biografie

Duo Friedrich © Francis Martinet

Klavier

Eriko Takezawa wurde in Hiroshima (Japan) geboren und erhielt seit dem fünften Lebensjahr Klavierunterricht. 1984 kam sie nach Deutschland und studierte bei Naoyuki Taneda und Wolfgang Manz an der Staatlichen Hochschule für Musik Karlsruhe. 1995 schloss sie das Konzertexamen mit Auszeichnung ab. Meisterkurse bei J. Uhde, E. Picht-Axenfeld, D. Kraus und S. Dorenski rundeten ihre Ausbildung ab.

Preise bei internationalen Wettbewerben, u. a. der erste Preis beim internationalen Klavierwettbewerb in Ostuni (Italien) 1994 sowie fünf Preise als Klavierduo mit Christoph Sischka in Japan, Italien und Tschechien, führten zu einer regen Konzerttätigkeit in Deutschland, Taiwan, Korea, Japan, Indonesien, Israel, Spanien, Italien, Frankreich, Österreich, Bulgarien, Ägypten u. a. mit Einladungen zu Musikfestivals in Taipei (Taiwan), Jerusalem, Xabía (Spanien) und zu den Schwetzinger Festspielen, letzthin in 2009 zu den Schleswig-Holstein Musikfestival und in 2009 und 2012 zu den Lucerne Festival.

Eriko Takezawa ist begeisterte Kammermusikpartnerin von international gefeierten Bläsersolisten wie Reinhold Friedrich, Sergio Azzolini, Angela Firkins, Ingo Goritzki, Renate Greiss-Armin und Thomas Indermühle und Teil des Mahler Chamber Orchestras.

Als Solistin in Klavierkonzerten u.a. von Mozart, Beethoven, Chopin, Saint-Säens, Janacek, Schostakowitsch und Takemitsu rühmt die Presse ihre Leichtigkeit, technische Brillanz, nuancenreiche Farbgebung und mitreißende Musikalität.

Es liegen zahlreiche CD-Einspielungen aus den Bereichen Klavierduo, Klavierensemble, Bläserduo und Bläserquintett vor, mit Auszeichnungen von diversen Fachzeitschriften.

Eriko Takezawa war Korrepetitorin an der Musikakademie Basel und in den Jahren 2014/15 lehrte sie in Aarhus/Dänemark am „Jyske Musikkonservatorium“. Zuvor war sie bis 2010 Dozentin an der Musikhochschule MUSIKENE in San Sebastián, sowie von 2011 bis 2013 an der Hochschule der darstellenden Künste in Frankfurt. Derzeit ist sie Korrepetitorin an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Seit vielen Jahren ist sie eine der gefragtesten Begleiterinnen bei den Internationalen Wettbewerben, in München (ARD) Paris, Bonn, Porcia, Prag etc. In zahlreichen Meisterkursen begleitete sie Reinhold Friedrich in Interlaken/Schweiz, Spanien, Italien, Brasilien, Japan und den USA.

2013 spielte sie das Erste Schostakowitsch-Klavierkonzert in Dänemark mit den Aarhus Symphonikern unter der Leitung Joshua Weilerstein und im Oktober 2014 in Schweden mit dem Gävle Symphonie Orchestra unter der Leitung Ivan Meylemans, jeweils mit außerordentlichem Erfolg, ebenso wie Gershwins „Rhapsody in Blue“ im November 2014 mit dem Royal Brass Orchestra Denmark unter der Leitung Niels-Ole Bo. 2015 spielte sie erneut Schostakowitschs Klavierkonzert, diesmal mit der Polnischen Kammerphilharmonie Sopot unter der Leitung von Wojciech Rajski.

2014 trat sie zudem mit dem neugegründeten „Quatuor L’Eventail“ in einer ausgefallenen Besetzung mit Trompete, Altsaxofon, Violoncello und Klavier in Basel, Bremen, Stuttgart und Berlin (Konzerthaus) auf.

Nach dem gemeinsamen Album „On the road“ hat Eriko Takezawa kürzlich gemeinsam mit Wim van Hasselt eine CD mit Werken von Paul Hindemith aufgenommen.

Trompete

Reinhold Friedrich, geboren in Weingarten/Baden, ist seit seinem Erfolg beim ARD-Wettbewerb 1986 auf allen wichtigen Podien der Welt zu Gast. Geprägt durch seine Lehrer Edward H. Tarr (Schola Cantorum Basiliensis, Basel) und Pierre Thibaud (Conservatoire Superieure de Musique Paris) gehören alte und neue Musik für ihn zusammen. Die Wiederentdeckung vergessener Werke der Romantik und der klassischen Moderne liegt ihm besonders am Herzen, ebenso sein Interesse an der Avantgarde.

Sein Debüt bei den Berliner Festwochen gab er mit „Sequenza X“ von Luciano Berio. Seinen ersten Auftritt als Solist im Wiener Musikverein hatte er mit der Wiener Akademie unter Leitung von Martin Haselböck das Trompetenkonzert von Joseph Haydn auf der historischen Klappentrompete. Die Beschäftigung mit der historischen Aufführungspraxis brachte ihn mit Orchestern wie dem Orchestre des Champs-Elysees, La Stagione Frankfurt, dem Kammerorchester Basel, L’arte del mondo, dem Concerto Melante und den Berliner Barock Solisten, aber auch der Cappella Andrea Barca unter der Leitung von Sir András Schiff zusammen. Das zentrale Stück dieser Zusammenarbeit war oft das zweite Brandenburgische Konzert von J.S. Bach, dessen Wiedergabe ihm im Besonderen am Herzen liegt.

Im Rahmen seiner Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Kompositionen brachte Reinhold Friedrich eine große Anzahl an bedeutenden Werken zur Ur- und Erstaufführung. Dazu zählen Werke von Wolfgang Rihm, aber auch von Carola Bauckholt, Luciano Berio, Edison Denissov, Peter Eötvös, Hans Werner Henze, Adriana Hölszky, Nicolaus A. Huber, Luca Lombardi, Benedict Mason, Sir Peter Maxwell Davis, Hilda Parèdes, Matthias Pintscher, Jan Rääts, Rebecca Saunders, Nina Šenk, Enjott Schneider, Daniel Schnyder, Gerhard Stäbler, Eino Tamberg, Caspar Johannes Walter, Christian Wolff und Benjamin Yusopov. Solokonzerte wie „Eirene“ von Herbert Willi (Wergo) und „Nobody knows de trouble I see“ von Bernd Alois Zimmermann, dessen CD-Einspielung 1994 mit einem ECHO-Klassik ausgezeichnet wurde, bilden dabei wichtige Bestandteile seines breit gefächerten Repertoires.

Als Solist konzertierte Reinhold Friedrich weltweit mit Ensembles wie den Bamberger und Wiener Symphonikern, den Staatsopern Berlin und Stuttgart, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Frankfurter Museumsorchester, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem BBC Symphony Orchestra, der Tschechischen Philharmonie Prag, dem Orchester des Teatro Colon, Buenos Aires sowie allen deutschen Rundfunk-Sinfonieorchestern; u. a. unter der Leitung von Semyon Bychkov, Dennis Russell Davies, Peter Eötvös, Wladimir Fedossejev, Adam Fischer, Michael Gielen, Philippe Herreweghe, Christopher Hogwood, Manfred Honeck, Eliahu Inbal, Krystjan und Neeme Järvi, Dmitri Kitajenko, Sir Neville Marriner, Ingo Metzmacher, Andris Nelsons, Jonathan Nott, Kazushi Ono, Matthias Pintscher, Trevor Pinnock, Stanislav Skrowaczewski und Hans Zender.

Von 1983-1999 war Reinhold Friedrich Solotrompeter des Radio Sinfonieorchesters Frankfurt. Claudio Abbado ernannte ihn 2003 zum ständigen Solotrompeter des Lucerne Festival Orchestra, das seit 2017 von Riccardo Chailly geleitet wird. Ferner ist Reinhold Friedrich künstlerischer Leiter von Lucerne Festival Orchestra Brass. Derzeitige Kammermusikpartner von Reinhold Friedrich sind Thomas Duis, Bernd Glemser, und Eriko Takezawa (Klavier), Robyn Schulkowsky (Perkussion), Iveta Apkalna, Sebastian Küchler-Blessing, Martin Lücker und Christian Schmitt (Orgel).

Reinhold Friedrich ist Professor für Trompete an der Hochschule für Musik Karlsruhe, weltweit gefragter Dozent für Meisterkurse und Honorarprofessor an der Royal Academy of Music in London, der Escuela Superior de Musica REINA SOFIA in Madrid sowie in Hiroshima/Japan. Seine ehemaligen Studenten waren Preisträger bei nahezu allen großen internationalen Wettbewerben und haben führende Positionen bzw. Professuren u.a. im gesamten europäischen Raum sowie in Tokio, Tel Aviv, Moskau, Rio de Janeiro inne.

Einen weiteren ECHO-Klassik erhielt Reinhold Friedrich für die Einspielung der „Russischen Trompetenkonzerte“ (MDG) mit dem Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Mueller. Zahlreiche weitere CD-Einspielungen dokumentieren sein facettenreiches Schaffen, darunter die Ersteinspielung des Trompetenkonzerts „Pieta“ von Christian Jost (Coviello) sowie die Aufnahme des zweiten Brandenburgischen Konzertes (Sony) mit den Berliner Barock Solisten unter der Leitung von Reinhard Goebel, ausgezeichnet mit dem OPUS Klassik Preis 2018. In Planung ist eine Aufnahme Strawinskys L’histoire du Soldat (u.a. mit Isabelle Faust) in der Wigmore Hall London.

Konzerte führen ihn in den kommenden Jahren u.a. in die Elbphilharmonie (Konzert von Bernd Alois Zimmermann), zum Osaka Century Symphony Orchestra und zum Hiroshima Symphony Orchestra (Konzert von Toshio Hosokawa), nach Sibirien (UA „Spirit of Siberia“ von Enjott Schneider), zum National Orchester Yerevan (Konzert von Ilya Chakov), mit Wolfgang Rihms Trompetenkonzert „Marsyas“ nach Australien und zu dem Lucerne Academy Orchestra unter der Leitung von George Benjamin, mit Nuria Rial zu den Händel-Festspielen nach Halle sowie mit den Berliner Barock Solisten unter Leitung von Reinhard Goebel nach Lutry und Versailles. Ferner wird er in Katowice, Warschau, Wroclaw, Genf, Groningen, Hamburg, Bremen, Freiburg, Düsseldorf, Nürnberg, Lyon, in Armenien, Korea und Taiwan zu hören sein.