Streichtrio Berlin - Schlaflos
Schlaflos
Ein konzertantes Nachtstück (Goldberg-Variationen) mit Leslie Malton
Schlaflosigkeit zu Bachs Zeiten und heute in der modernen Großstadt:
Zwei Welten? Schlaflos - das ist oft genug ein nächtlicher Zustand hellsichtiger Auseinandersetzung mit den uneingestandenen Wahrheiten des eigenen Lebens - damals wie heute.
SCHLAFLOS DAMALS - Das war vor rund 250 Jahren jener Graf Keyserlingk, der den Komponisten Johann Sebastian Bach um ein paar Klavierstücke bat. Keyserlingks Cembalist Goldberg sollte ihm diese später so genannten "Goldberg-Variationen" in seinen schlaflosen Nächten zur Erheiterung des Gemüts vorspielen. Auszüge daraus spielt das Streichtrio Berlin (im Frack).
SCHLAFLOS HEUTE - Eine moderne Frau (Leslie Malton im Schlafanzug), reflektiert ihre Zerrissenheit zwischen der Anpassung an banale wie absurde Forderungen des täglichen Lebens, der Anarchie ihrer rebellischen Träume und ihren weltflüchtigen Sehnsüchten.
SCHLAFLOS ZEITLOS - In einer ungewöhnlichen abendfüllenden Szene (90' ohne Pause) verbinden sich durch den Mythos der Goldberg-Variation angeregte Texte, verfremdete Zitate und Kommentare u.a. von Hermann Hesse, Sybille Berg, Marguerite Duras, Rainer Maria Rilke, Else Lasker Schüler und George Tabori mit Ausschnitten der Goldberg-Variationen. Dabei stehen Wort und Ton nicht unvermittelt nebeneinander, sondern treten in einen lebhaften Dialog, der den Spannungsbogen von der schlaflosen Nacht bis zum Anbruch des neuen Tages führt. Heute und Damals scheinen dabei zu verschwimmen, geradezu eins zu werden, denn die Befindlichkeiten, die Ängste und Sorgen der schlaflosen Frau von heute finden sich auf erstaunliche Weise subtil in der facettenreichen Musik von vor 250 Jahren widergespiegelt. Eine schlaflose Zeit mit zeitloser Musik.

© Thomas Rose / Theatergastspiele Kempf GmbH
Leslie Malton - Schauspielerin
Leslie Malton wurde in Washington, D.C. geboren und wuchs bilingual auf, sodass ihre Muttersprache sowohl englisch als auch deutsch ist. Sie besuchte das Emerson College in Boston und die Royal Academy of Dramatic Art in London. George Tabori, mit dem sie über Jahre eng zusammenarbeitete, bezeichnet sie als ihren wichtigsten Lehrer.
Leslie Maltons Hauptinteresse galt von Anfang an dem Theater, so konnte man sie bereits auf zahlreichen renommierten Bühnen wie dem Wiener Burgtheater, dem Hamburger Thalia Theater, dem Berliner Renaissancetheater, dem Münchener Residenztheater und dem Schauspielhaus Zürich sehen. Dabei ist die Schauspielerin besonders wandelbar, was sie in Stücken verschiedenster Epochen unter Beweis stellte, so in Sophokles’ „Elektra“, Shakespeares „Hamlet“, Ibsens „Wildente“, Dostojewskis „Großinquisitor", Williams „Die Glasmenagerie“ oder Taboris „Mein Kampf".
Zugleich konnte man Leslie Malton in diversen Film- und Fernsehrollen sehen, darunter in der Rolle der „Gudrun Lange“ in „Der große Bellheim“ (Regie: Dieter Wedel), für die sie 1993 den Bayerischen Fernsehpreis und den Telestar erhielt. Weitere Auszeichnungen waren der Deutsche Darstellerpreis im Bereich Nachwuchs (1985) und die Goldene Kamera (1990).
Leslie Malton ist stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sektion Schauspiel an der Deutschen Filmakademie und Mitglied im Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler BFFS.