Brentano String Quartet - Programme

Programmvorschläge 2021 | 2022


Programm I

Tribut an Strawinsky - 50 Jahre nach seinem Tod

John Cage (1912-1992) aus „String quartet in four parts“:
  Quietly Flowing Along
Igor Strawinsky (1882-1971) Concertino (für Streichquartett)
John Cage (1912-1992) aus „String quartet in four parts“: Quodlibet
Guillaume de Machaut (1300-1377) „Quant en moy“ (Motette)
Igor Strawinsky (1882-1971) Drei Stücke für Streichquartett (1914), I
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Polka (1931)
Igor Strawinsky (1882-1971) Drei Stücke für Streichquartett (1914), II
Giuseppe Verdi (1813-1901) Ave Maria h-Moll (1880)
Igor Strawinsky (1882-1971) Drei Stücke für Streichquartett (1914), III
Igor Strawinsky (1882-1971) Anthem „The Dove Descending Breaks the Air“
***  
Carlo Gesualdo di Venosa (1566-1613) Tres Sacrae Cantiones
  (Bearb. für Streicher Igor Strawinsky)
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartett F-Dur Nr. 16 op. 135
  oder
Joseph Haydn (1732-1809) Streichquartett f-Moll op. 20 Nr. 5 Hob.III:35

Jeweils zur Einleitung der Drei Stücke für Streichquartett erklingt die Aufnahme einer Lesung aus dem Gedicht Stravinsky Three Pieces, ,Grotesques‘ for string quartet von Amy Lowell (1874-1925).


Ein halbes Jahrhundert nach dem Tod des großen Komponisten Igor Strawinsky feiert dieses Programm seine einzigartigen und packenden Streichquartette und lädt ein, diese neu zu erschließen.

Die erste Programmhälfte bildet mit Reflexionen und Dialogen von kurzen Stücken und Sätzen eine kaleidoskopische Collage. Strawinskys Concertino wird umrahmt von zwei Sätzen John Cages, deren musikalische DNA der des Concertino passagenweise ähnelt. Die Drei Stücke für Streichquartett werden jeweils durch ein Gegenstück ergänzt, das ihnen ähnliche Themen behandelt: Das erste Stück wird mit Machauts verschachtelten Strukturen kombiniert. Das zweite Stück, inspiriert durch Little Tich, einen englischen Varieté-Clown, wird gefolgt von Schostakowitschs Polka, die ebenso ungelenk und komisch dahertanzt wie der Clown. Dem dritte liturgisch geartete Stück geht das Ave Maria Verdis voraus; ein Komponist, den Strawinsky sehr bewunderte. Jedes der Drei Stücke wird außerdem eingeleitet durch die Lesung eines Gedichts von Amy Lowell, welches, inspiriert durch die Komposition, „den Klang und die Bewegung der Musik, so gut wie in einem anderen Medium möglich“, zu reproduzieren sucht. Die textlose Streichquartett-Interpretation eines eindringlichen Chorals aus der Feder Strawinskys rundet die erste Programmhälfte ab.

Nach der Pause erklingen drei Madrigale von Gesualdo, welche Strawinsky für Orchester arrangiert hatte. Beethovens letztes Streichquartett op. 135 beschließt den Abend. Es ist wohl das Streichquartett Beethovens, welches am dichtesten an Strawinskys mosaikartige Strukturen und klare Texturen herankommt - mit einem hörbaren Vor-Echo der Drei Stücke im Scherzo.

Programm II

30 Jahre Brentano String Quartet Jubiläumsprogramm!

Joseph Haydn (1732-1809) Streichquartett op. 71 Nr. 2 Hob III:70 D-Dur
Bruce Adolphe (*1955) „ContraDiction - eine Reaktion auf Bachs Kunst
  der Fuge, Contrapunctus Nr. 2“ für Streichquartett
  (Auftragskomposition zum 10. Jubiläum des Brentano String Quartet)
Steven Mackey (*1956) „'Lude“ (2002) für Streichquartett (Auftragskomposition
  zum 10. Jubiläum des Brentano String Quartet)
oder (statt Adolphe und Mackey)  
Igor Strawinsky (1882-1971) Drei Stücke für Streichquartett (1914)
***  
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett G-Dur op. 161 D 887

Seit die Mitglieder des Brentano String Quartet vor 30 Jahren als junge Musiker mit großer Liebe zum Streichquartett begonnen haben Musik zu machen, sind sie als Künstler und Menschen gemeinsam gewachsen. Nach wie vor ist es für sie ein Privileg, dieses schöne und herausfordernde Repertoire zusammen zu spielen und die Erkundung der Werke mit dem Publikum zu teilen.

So beginnt das Programm auch mit demselben Stück, mit dem das Quartett 1992 ihr allererstes Konzert begonnen hat. Dreißig Jahre später möchten die Musiker dieses wenig bekannte Quartett Haydns erneut mit dem Publikum teilen. Dem schließen sich zwei Werke an, die das Quartett als Teil eines Projekts zum 10-jährigen Jubiläum in Auftrag gegeben hatte. Es kombiniert Fugen von Bach und zeitgenössische Kompositionen von Bruce Adolphe und Steven Mackey, mit denen das Quartett seit Beginn an zusammenarbeitet. (Bereits in seinem Debüt-Konzert spielte das Ensemble die Welturaufführung von Bruces Streichquartett Nr. 2!). Nach der Pause folgt Schuberts großartiges letztes Streichquartett, das das Brentano Quartet besonders liebt, über das es viel nachgedacht und das es sein ganzes Quartett-Leben lang begleitet hat.