Signum Quartett - Programme

Auf Wunsch können in alle Programme #quartweets integriert werden.

Programme 2019/2020  
   
Aus der Ferne  
Franz Schubert (1797-1828) Quartettsatz c-Moll D 703
Thomas Adès (*1971) Arcadiana für Streichquartett op. 12
  verschränkt mit
Franz Schubert (1797-1828) Liedbearbeitungen für Streichquartett von Xandi van
  Dijk: Lied aus der Ferne, Lachen und Weinen, Die
  Götter, Griechenlands, Du bist die Ruh
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Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett D 810 „Der Tod und das
  Mädchen” oder Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde”

Innere Unruhe, die Konfrontation mit dem Tod und die Sehnsucht nach einer fernen, friedvollen Idylle sind die zentralen Motive dieses besonderen Programms zur neuesten CD des Signum Quartetts. „Schöne Welt, wo bist du? - Kehre wieder, holdes Blütenalter der Natur!“, heißt es in Friedrichs Schillers „Die Götter Griechenlands“, das Franz Schubert zunächst als sehnsüchtiges Lied vertonte. In seinem „Rosamunde“-Quartett hallt es im Anfang des Menuetts nach - die idyllisch unter Hirten aufwachsende zyprische Prinzessin Rosamunde gehört einer antiken Vergangenheit an. Thomas Adès formte in sieben kurzen Sätzen ein farbiges, gleichsam traumhaft verschwommenes Arkadien, in dem man im 3. Satz „Auf dem Wasser zu singen“ wiederum - aus der Ferne - Schubert begegnet.

Ohne Worte  
Franz Schubert (1797-1828) Die Götter Griechenlands (Bearb.: Xandi van Dijk)
Franz Schubert (1797-1828) 2. Satz, Andante aus dem Streichquartett
  d-Moll D 810 „Der Tod und das Mädchen”
Leos Janácek (1854-1928) Streichquartett Nr. 1 „Kreutzersonate”
Franz Schubert (1797-1828) Du bist die Ruh’ (Bearb.: Xandi van Dijk)
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Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett a-Moll D 804 “Rosamunde”

Die Werke dieses bewegten und bewegenden Programms sind durch literarische Vorlagen - Gedichte, eine Novelle und ein Schauspiel - inspiriert und setzen sich auf verschiedene Arten, ausgehend von einer Krisensituation, mit der Vergangenheit auseinander. Schuberts Lieder, auch das in seinem Quartett D 810 enthaltene „Der Tod und das Mädchen“, thematisieren das - Schubert seinerzeit bereits drohende - unausweichliche Ende des menschlichen Daseins, aus der die unstillbare Sehnsucht nach einem ruhigen Ort, der im Sinne eines utopischen Arkadiens in die ferne Vergangenheit verlegt wird, entsteht. Tolstois „Kreutzersonate“, die Leos Janácek zu seinem expressiven 1. Streichquartett anregte, befasst sich hingegen in kritischer Weise mit etablierten Bräuchen einer patriarchalen Gesellschaft vor dem Hintergrund einer zerrütteten Ehe.

Lachen und Weinen  
Franz Schubert (1797-1828) Quartettsatz c-Moll D 703
Franz Schubert (1797-1828) Liedbearbeitungen für Streichquartett von Xandi
Leos Janácek (1854-1928) Streichquartett Nr. 1 „Kreutzersonate”
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Robert Schumann (1810-1856) Streichquartett F-Dur op. 41 Nr. 2

„Lachen und Weinen“ ist ein Programm dreier Komponisten, die auf ihre jeweilige Weise emotionale Kämpfe in ihren Leben ausfochten: Schubert und Schumann litten unter heftigen Depressionen, Janacek verlor seine beiden Kinder in jungen Jahren und führte bis zu seinem Tod eine zerrüttete Ehe. Während man Schuberts Unruhe im Quartettsatz deutlich hört und seine Lieder auch wortlos von Wechselbädern aus Lachen und Weinen künden, thematisiert Janacek in seinem 1. Streichquartett die Ehekrise indirekt, durch ihren Bezug auf Tolstois Novelle „Die Kreutzersonate“. Schumann focht, als er im Sommer 1842 „quartettische Gedanken“ hatte, besonders mit der Last des klassischen Erbes - die Vorbilder Haydn, Mozart und Beethoven lasteten schwer auf seinen Schultern, während er versuchte, seinen eigenen Weg zum Streichquartett zu finden.

Erinnerungen  
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Streichquartett G-Dur KV 387
Robert Fokkens (*1975) „Glimpses of a half-forgotten future” oder
Thomas Adès (*1971) Arcadiana für Streichquartett op. 12
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Claude Debussy (1862-1918) Streichquartett g-Moll op. 10

Der Titel des Programms bezieht sich auf verschiedene Formen des Erinnerns: Mozarts Quartett ist eines der sogenannten „Haydn-Quartette“, die dem „Vater des Streichquartetts“ huldigen. Das 2012 komponierte Werk des Südafrikaners Fokkens ist von elegischem Charakter und erinnert an diejenigen, die gehen mussten - “reflecting on those moments where death unexpectedly enters our lives, both bringing grief for those lost and opening a dark window through which we see our own inevitable end”, so Fokkens. Adès’ “Arcadiana” erschafft in farbigen Miniaturwelten eine ferne Welt, in der auch Mozarts „Das klinget so herrlich, das klinget so schön” erinnerungsartig aufscheint. Debussy wiederum, zu dessen erklärten Lieblingskomponisten auch Mozart zählte, nutzt für sein impressionistisches Quartett ein Erinnerungsmotiv, das alle Sätze in verschiedenen Gestalten durchzieht.

Beethoven 2020 - Das letzte Geleit  
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde”
n.n. #BEEtweets (Auftrags-#quartweets zum Beethoven-Jahr)
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Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartett cis-Moll op. 131
Franz Schubert (1797-1828) Du bist die Ruh (Bearb.: Xandi van Dijk)

Als der Trauerkondukt 1827 die sterblichen Überreste Ludwig van Beethovens zu ihrer letzten Ruhestätte geleitete, befand sich unter den Sargträgern auch Franz Schubert. Auch wenn die persönlichen Beziehungen der beiden Komponisten eher locker gewesen zu sein scheinen, verband sie doch das Wiener Musikleben aufs Engste miteinander. Eine zentrale Gestalt hierbei war der Geiger Ignaz Schuppanzigh, dessen Quartett unschätzbare Pionierarbeit leistete, indem es erstmals öffentliche Kammermusikzyklen veranstaltete und die Streichquartette Beethovens einem größeren Publikum bekannt machte. Schubert widmete dem versierten Primarius sein „Rosamunde“-Quartett. Und nachdem er Beethoven das letzte Geleit gegeben hatte, wünschte er sich bereits ein Jahr darauf an seinem eigenen Sterbebett eine Aufführung von Beethovens Opus 131 und, wenn möglich, neben dem großen Vorbild auf dem Währinger Friedhof beigesetzt zu werden.

Mit Nils Mönkemeyer - Viola  
   
Der letzte Gedanke  
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Streichquintett B-Dur KV 174
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquintett C-Dur op. 29
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Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartett F-Dur op. 135
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquintett C-Dur WoO 62 (Fragment) übergehend in
n.n. #BEEtweets (Auftrags-#quartweets zum Beethoven-Jahr)

Das Programm vollzieht Beethovens kammermusikalisches Schaffen für Streicher von seinem Vorbild Mozart über das eigene Opus 29 und sein letztes vollendetes Quartett op. 135 bis hin zu einem letzten fragmentarischen Entwurf eines Quintetts in C-Dur nach. Da dieser letzte Gedanke nur in wenigen Skizzen angedeutet ist, hat das Signum Quartett Komponisten beauftragt, in #beet(h)weets den an diesen fragmentarischen Gedanken anzuknüpfen.

Die Jagd der Fuge  
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Adagio und Fuge E-Dur aus J. S. Bachs
  „Wohltemperierten Clavier“ BWV 878
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Streichquartett B-Dur KV 458 „Jagdquartett“
Jörg Widmann (*1973) 3. Streichquartett „Jagdquartett“(2003)
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Ludwig van Beethoven (1770-1827) Streichquartett B-Dur op. 130 mit Großer Fuge
   
   
   
Fragmente einer Ewigkeit  
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Adagio und Fuge c-Moll KV 546
Robert Fokkens (*1975) „Glimpses of a half-forgotten future”
Anton Webern (1883-1945) Langsamer Satz
Franz Schubert (1797-1828) Quartettsatz c-Moll D 703 (Fragment)
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Johann Sebastian Bach (1685-1750) Kontrapunktus 18 aus: Kunst der Fuge WV 1080 (unvollendet)
Konstantia Gourzi (*1962) Nr. 2: „P-llion - Fragmente einer Ewigkeit“
Ludwig van Beethoven (1770-1827) Große Fuge B-Dur op. 133
SIGNUM QUARTETT & GÄSTE  
   
Mit Nils Mönkemeyer - Viola  
Franz Schubert (1797-1828) Ouvertüre c-Moll D 8 (Quintett) oder
Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Streichquintett B-Dur KV 174
John Dowland (1563-1626) Lachrymae antiquae (Quintett)
Peter Louis van Dijk (*1953) „iinyembezi“
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Johannes Brahms (1833-1897) Streichquintett Nr. 2 G-Dur op. 111
   
   
   
Mit Daniel Ottensamer - Klarinette  
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett D 804 „Rosamunde“ oder B-Dur D 112
Leos Janácek (1854-1928) Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer-Sonate“ oder
Robert Fokkens (*1975) „Glimpses of a half-forgotten future”
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Wolfgang A. Mozart (1756-1791) Klarinettenquintett A-Dur KV 581 oder
Johannes Brahms (1833-1897) Klarinettenquintett h-Moll op. 115
   
   
   
Mit Elisabeth Leonskaja - Klavier  
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde”
Robert Fokkens (*1975) „Glimpses of a half-forgotten future” oder
Leos Janácek (1854-1928) Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer-Sonate“
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Johannes Brahms (1833-1897) Klavierquintett f-Moll op. 34 oder
Robert Schumann (1810-1856) Klavierquintett Es-Dur op. 44
   
   
   
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett a-Moll D 804 „Rosamunde”
Leos Janácek (1854-1928) Streichquartett Nr. 1 „Kreutzer-Sonate“
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Alfred Schnittke (1934-1998) Klavierquintett (1976)
   
   
   
Mit Tanja Tetzlaff oder  
Paul Watkins - Violoncello  
   
Nur wer die Sehnsucht kennt  
Franz Schubert (1797-1828) „Sehnsucht“ D 656 (Bearb. für Streichquintett)
Franz Schubert (1797-1828) Ouvertüre c-Moll D 8 (Quintett)
Franz Schubert (1797-1828) Quartettsatz c-Moll D 703 (Fragment)
Franz Schubert (1797-1828) Quartettsatzfragment D 3 (Bearb.: Xandi van Dijk)
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Franz Schubert (1797-1828) Streichquintett C-Dur D 956 (op. posth.163)

Widmann-Zyklus

Das Signum Quartett bietet an, in einem Konzert sämtliche Streichquartette Jörg Widmanns zu spielen. Für das Fünfte Streichquartett stößt eine Sopranistin zum Ensemble.

1. Streichquartett (1997)

2. Streichquartett (2003) „Choralquartett“

3. Streichquartett (2003) „Jagdquartett“

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4. Streichquartett (2003)

5. Streichquartett (2005) „Versuch über die Fuge“

(mit Sopran)

Das Kafka-Projekt | Mit Dominique Horwitz - Rezitation

Texte von Franz Kafka, Musik von Erwin Schulhoff, Alfred Schnittke, Carl Orff, Claude Debussy, Charles Ives, Thomas Adès

(75 Minuten, ohne Pause)

Hörproben:

Robert Fokkens: "Glimpses of a half-forgotten future"

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Jörg Widmann: Sämtliche Streichquartette

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