Biografie

Arcos Orchestra New York
© Tristan Cook
Arcos Orchestra New York
John-Edward Kelly - Leitung
So urteilten die Kieler Nachrichten über eines der ersten Europakonzerte des 2005 von John-Edward Kelly und französischen Geigerin Elissa Cassini gegründeten Arcos Orchestra. Überwiegend aus Absolventen und Studierenden der berühmten New Yorker Juilliard School bestehend, nähert sich das junge Kammerorchester der Interpretation von Orchesterwerken mit der Herangehensweise eines Kammermusikers: Jeder Musiker bringt sich mit seinen fundierten Kenntnissen der Biographie, des Werks und der Ästhetik des zu spielenden Komponisten mit in die Gesamtinterpretation ein. So tritt das Arcos Orchestra auch in kleinen Formationen mit Dirigenten auf, weil der Dirigent hier wie jeder andere Musiker in das Ensemble integriert ist.
Obwohl die zeitgenössische Musik für das Arcos Orchestra eine zentrale Bedeutung hat, ist das Orchester kein „Neue-Musik-Ensemble“. Da die moderne Musik aus der historischen Musik entstanden ist und am besten zu verstehen und anzunehmen ist wenn sie im passenden historischen Kontext erklingt, enthalten möglichst alle Programme des Arcos Orchestras sowohl zeitgenössische als auch ältere Werke. So wird dem Zuhörer eine musikalische Brücke vom Alten zum Neuen gebaut.
Eines der wichtigsten Ziele des Arcos Orchestras ist es, den Zuhörer aktiv in den musikalischen Prozess zu integrieren, denn der Zuhörer stellt letztendlich das Ziel aller Bemühungen von Komponist und Interpreten dar. Konzerteinführungen und anekdotische Erläuterungen während des Konzertes sind deswegen ein wichtiger Bestandteil des Programms.
Nach zahlreichen Konzerten in den USA kam das Arcos Orchestra im Februar 2008 zu seiner ersten Tournee nach Europa und spielte u.a. in Berlin, Dresden, Karlsruhe und der Schweiz. Solisten dieser Tournee waren Markus Schirmer und Claudio Bohórquez. Im Anschluss an die Tournee wurde eine CD für das Label NEOS produziert, eine Ersteinspielung der Werke „Desert Point“, „Ostácoli“ und die “Sinfonia per archi“ des schwedischen Komponisten Anders Eliasson.
Im März 2010 gastierte das Orchester in Italien, Frankreich und Deutschland (u.a. Berlin und München). Solisten waren dabei Sabine Meyer, Reinhold Friedrich und Susanne Grützmann. Auf seiner diesjährigen Tournee wird das Orchester u.a. in Wien (Konzerthaus), Berlin (Konzerthaus), Würzburg (Mozartfest), Stuttgart (Liederhalle), München und bei den Dresdner Musikfestspielen zu hören sein. Solisten sind Baiba Skride und
John-Edward Kelly wurde in San Francisco geboren. Nach dem Studium von Klarinette, Dirigieren und Philosophie trat er 30 Jahre lang eine erfolgreiche internationale Karriere als Saxophonist an. Er trat als Solist mit vielen der führenden Orchester der Welt auf, spielte 27 CDs ein, und hat mehr als 200 zum großen Teil ihm gewidmete Werke uraufgeführt. Mehr als ein Jahrzehnt war er Professor für Kammermusik (Düsseldorf, Oslo). In den letzten Jahren widmete er sich immer häufiger dem Dirigieren. Kelly wurde 1999 in die traditionsreiche Schwedische Musikakademie gewählt.