Biografie

Michael Schneider
© Matthias Griewisch
Michael Schneider
Dirigent
Michael Schneider studierte an der Musikhochschule in Köln Querflöte, Blockflöte und Violoncello. Als Preisträger des Münchner ARD-Musikwettbewerbs begann er bereits 1978 seine Karriere als Flötist. 1979 war er Mitbegründer der Camerata Köln. 1988 gründete er das Barock-Ensemble La Stagione Frankfurt, mit dem er als Dirigent bekannt wurde und unter anderem im Konzerthaus Wien, dem Palais des Beaux Arts in Brüssel und der Mailänder Scala auftrat.
Schneider ist zu einem gefragten Dirigenten für moderne Sinfonie- und Barockorchester avanciert. Seine Opernproduktionen feierten an den Bühnen in Bielefeld, Magdeburg, Gießen und Darmstadt große Erfolge. Schneiders Interpretation von Händels „Rodelinda“ sowie dem „Alexanderfest“ im Rahmen der Händel-Festspiele in Halle an der Saale fanden große Resonanz.
Schneider gastierte als Dirigent bei der Cappella Coloniensis, der Kammerphilharmonie des MDR Leipzig, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt, der Mittelsächsischen Philharmonie Freiberg, dem Orchester des Staatstheaters Darmstadt, dem Jerusalem Baroque Orchestra, der Israel Camerata und dem Israel Chamber Orchestra. Er arbeitete zudem mit den Bielefelder und den Magdeburger Philharmonikern sowie mit dem Züricher Kammerorchester zusammen.
Als Spezialist der Alten Musik setzt sich Michael Schneider insbesondere für die Wiederentdeckung vergessener Meisterwerke aus Barock, Frühklassik und Klassik ein. Der barocken Tradition verpflichtet, zieht er in seinem künstlerischen Schaffen keine scharfe Trennlinie zwischen der Rolle des Musikers und der des Dirigenten. Über 100 CD-Aufnahmen dokumentieren seine Vielseitigkeit als Dirigent und Flötist.
1980 wurde Michael Schneider als Professor für Blockflöte an die Universität der Künste nach Berlin berufen. Drei Jahre später wechselte er an die Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Dort richtete er das „Institut für Historische Interpretationspraxis“ ein und betreut seitdem als Dozent den dazugehörigen Aufbaustudiengang. Seine Fähigkeit „modern“ ausgebildeten Instrumentalisten die Aufführungspraxis der Alten Musik undogmatisch näherzubringen, wird auch bei seiner Arbeit als Dirigent spürbar.
Im Jahr 2000 wurde Michael Schneider der Telemann-Preis der Stadt Magdeburg für seine Verdienste um das Werk des Komponisten verliehen.