Christoph-Mathias Mueller - Biografie

Christoph-Mathias Mueller

Christoph-Mathias Mueller
© Marco Borggreve

Christoph-Mathias Mueller

Dirigent

Mitreißende Energie, künstlerische Authentizität und ein hoher intellektueller Anspruch. So lässt sich das Credo von Christoph-Mathias Mueller mit wenigen Worten zusammenfassen. Qualitäten die der Schweizer seit 2005 als Chefdirigent des Göttinger Symphonie Orchesters immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellt, das sich unter ihm zu einem herausragenden Klangkörper Deutschlands entwickelt hat, der für sein breit gefächertes Repertoire ebenso geschätzt wird, wie für seine stilistische Vielseitigkeit. 2017 wurde diese überaus fruchtbare Zusammenarbeit bereits zum zweiten Mal mit dem begehrten ECHO Klassik als „Beste Konzertaufnahme 20./21. Jh.“ honoriert. Und auch das Fachmagazin Pizzicato schwärmte anlässlich der Veröffentlichung der „Russischen Oboenkonzerte“ in den höchsten Tönen: „Das Göttinger Symphonie Orchester überzeugt unter der inspirierten Leitung von Christoph-Mathias Mueller mit viel Engagement, Ausdruckskraft und Klangfarben.“

Der internationale Durchbruch gelang dem 1967 in Peru geborenen Schweizer, der zunächst in Basel an der Violine ausgebildet wurde und später seinen Master of Music an der University of Cincinnati erwarb, im Jahr 2000 mit dem Gewinn des internationalen Dirigierwettbewerbs in Cadaqués/Spanien. Nachdem er als Conducting Fellow bereits während seines Studiums in Tanglewood mit Größen wie Seiji Ozawa, Robert Spano oder Leon Fleisher gearbeitet hatte, holte ihn Claudio Abbado 2001 als Assistant Conductor zum Gustav Mahler Jugendorchester und sicherte sich später auch seine Unterstützung beim Lucerne Festival Orchestra.

Mit bezwingender Präzision gelingt es Christoph-Mathias Mueller, Musikern wie Publikum die Werke diesseits wie jenseits des Mainstreams zu erschließen. So machte er sich unter anderem um die Wiederentdeckung der Werke Alexander Wepriks verdient, der in den 1920ern als eine der größten Komponistenhoffnungen der Sowjetunion galt. In zahlreichen, gemeinsam mit renommierten Musikwissenschaftlern erarbeiteten Themenkonzerten sowie einem Film für Schulklassen beleuchtete Christoph-Mathias Mueller, das Leben und Wirken dieses von den Nationalsozialisten ebenso wie in Russland verfolgten, verbotenen und schließlich vergessenen Musikers.

Aktuelle CD-Produktionen des Dirigenten widmen sich unter anderem den mit dem BBC National Orchestra of Wales eingespielten Orchesterstücken von Kenneth Hesketh, sowie Wolfgang Rihms Werke für Violine und Orchester, die er gemeinsam mit ECHO-Preisträgerin Tianwa Yang und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz realisierte. Darüber hinaus umfasst Muellers breit gefächerte Diskographie eine Reihe viel beachteter Aufnahmen für Sony Classical, so unter anderem das Album „Bel Canto“ mit Simone Kermes und den Originalklang-Spezialisten des Concerto Köln.

Doch auch am Pult des Ensemble Modern konnte man den vielseitigen Dirigenten bereits antreffen. Nimmt die Zeitgenössische Musik doch ebenfalls einen wichtigen Stellenwert im Repertoire von Christoph-Mathias Mueller ein. Zu den Komponistinnen und Komponisten, die ihm ihre Werke zur Uraufführung anvertrauten finden sich hier unter anderem Namen wie Rudolf Kelterborn, Isabel Mundry, Gérard Zinsstag oder Uljas Pulkkis.

Eng als Gastdirigent verbunden ist Christoph-Mathias Mueller darüber hinaus dem traditionsreichen Moskauer Bolshoi Theater, wo er 2010 seinen umjubelten Einstand mit einer Neuproduktion der „Fledermaus“ von Johann Strauß feierte und später für den „Rosenkavalier“ zurückkehrte. Weitere Opernerfahrungen sammelte er unter anderem mit halbszenischen Aufführungen von Verdis „La Traviata“, Haydns „Orfeo“ oder Mozarts „Entführung aus dem Serail“ in Göttingen. Große mediale Aufmerksamkeit erhielt 2014 die Uraufführung zweier rekonstruierter Opernpartituren von Claude Debussy, die anschließend auch im Programm von Deutschlandradio Kultur übertragen wurde und inzwischen ebenfalls auf CD vorliegt.

Neben Dirigaten im Wiener Musikverein, der Kölner Philharmonie, dem Konserthus Stavanger oder der Suntory Hall in Tokyo gastiert Christoph-Mathias Mueller regelmäßig mit international renommierten Klangkörpern. So etwa mit dem Russian National Orchestra, der Tschechischen Philharmonie, dem Orchestre National de Lyon, dem Orchestre de Chambre de Lausanne, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Staatskapelle Weimar, dem DSO Berlin und dem SWR-Sinfonieorchester, sowie mit dem Royal Scottish Chamber Orchestra.

Hierbei arbeitete er unter anderem mit namhaften Solisten wie Igor Levit, Maurice Steger, Kirill Gerstein oder Frank Peter Zimmermann, mit dem ihn eine langjährige künstlerische Freundschaft verbindet.