Cédric Pescia - Projekte

Der Notenschrank des Cédric P. | Ein pianistisches Daumenkino

Konzept: Georg Nussbaumer

Ein Konzertpianist, auch wenn er meist auswendig spielend auftritt, besitzt immer eine umfangreiche Notensammlung. Ein nie vollständiges und je nach Vorlieben, Herkunft und Ausbildung nach und nach angereichertes Archiv aus Hunderten von Heften mit pianistischer Weltliteratur ebenso wie mit Stücken, die er gekauft aber nie gespielt hat oder mit Werken, die er schon als Kind auf dem Pult hatte. So einen Notenschrank in seiner ganzen Vielfalt zum Klingen zu bringen, also die gesammelten Werke in einem Zug und von A bis Z durch zu spielen ist die Absicht dieses Projekts - ein Schnelldurchlauf, ein pianistisches Daumenkino.

Für den Pianisten Cédric Pescia, der - von einigen Ausreißern abgesehen - seine ca. 1.000 Notenhefte alphabetisch geordnet aufbewahrt, hat Georg Nussbaumer in seinem Daumenkinokonzept Regeln entwickelt, die festlegen, welche Ausschnitte ausgewählt werden und wie sie miteinander zu verbinden sind. Aus Bergen kopierten Papiers, Schere und Klebstoff entstand so eine riesige Notenkollage, die bei Albeniz beginnt, über Bach, Bartok, Beethoven, Brahms, usw. bis hin zu Wolf, Yun und Zimmermann führt. Als Coda „Coda“ folgen Reste: gerade am Klavier herumliegende Noten, Lehrwerke und ein separat verwahrter Stapel mit Opern der beiden 1813 geborenen Jubilare Verdi und Wagner.

Ein klingendes Lexikon der Klaviermusik, in dem Wohlbekanntes und nie Gehörtes mal kaum merklich, mal unvermittelt schroff ineinander übergeht und das mit ständigen Tempo-, Tonart- und Texturwechseln die bequemen Hörgewohnheiten seines Publikums herausfordert.

BACH-ZYKLUS

Teil I Die Kunst der Fuge BWV 1080
Teil II Das Wohltemperierte Klavier I BWV 846-869
Teil III Das Wohltemperierte Klavier II BWV 870-893
Teil IV Goldberg-Variationen „Aria mit verschiedenen Veränderungen“ BWV 988