Rolston String Quartet - Programme

Tourneen im Oktober 2020 und im Februar / März 2021

Norwegische Notizen  
Joseph Haydn (1732-1809) Streichquartett g-Moll op.74 Nr.3, Hob.III:74 “Reiter-Quartett”
Rolf Wallin (*1957) “Curiosity Cabinets” für Streichquartett
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Edvard Grieg (1843-1907) Streichquartett g-moll op.27

Rund ein halbes Jahrtausend lang legten Könige, Wissenschaftler, reiche Geschäftsleute u.a. große wie auch kleine Räume an, um diese mit außergewöhnlichen natürlichen und von Menschenhand geschaffenen Objekten zu füllen: mit den Hörnern von Einhörnern, wundersamen Korallen und riesigen Perlen, künstlichen Nachtigallen, den Gerippen von Meerjungfrauen, atemberaubenden Artefakten, deformierten Kreaturen in Glasgefäßen. Und über alledem: ein ausgestopftes Krokodil, das kopfunter an der Decke entlangzugehen schien.

Diese Kuriositätenkabinetts bildeten den Versuch, das Universum, sowohl in seinen materiellen, als auch seinen mystischen Sphären, darzustellen und es zu entschlüsseln. Eine Inschrift, die an der Decke von Athanasius Kirchners Museum prangte, lautet wie folgt: „Wer auch immer die Bande wahrnimmt, welche die Unterwelt an die Welt über uns binden, wird die Mysterien der Natur kennen und Wunder vollbringen.“

Rolf Wallins Sammlung musikalischer Miniaturen erwartet zwar nicht, Wunder vollbringen zu können, dient aber dem neugierigen Zuhörer als kleines Kabinett der musikalischen Kuriositäten.

Gerne senden wir Ihnen ein Hörbeispiel von Rolf Wallins Curiosity Cabinets zu.

Ewige Ruhe  
Franz Schubert (1797-1828) Streichquartett d-Moll D 810 "Der Tod und das Mädchen"
George Crumb (*1929) Streichquartett “Black Angels”

In diesem Programm, das den Tod thematisiert, wird Schuberts fast himmlische Komposition durch George Crumbs Ironie und seinen fast ins Perverse gehenden Stil als Echo zurückgeworfen - und zitiert.

(2 Gongs, 2 Kontrabassbögen und 4 Verstärker sind bitte zu stellen.)

Komponistinnen damals und heute  
Fanny Hensel (1805-1847) Streichquartett Es-Dur
Augusta Thomas Read (*1964) Neues Werk
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Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) Streichquartett f-moll op.80 (1847)

Neben zwei romantischen Werken um Fanny Hensel bietet das Programm ein druckfrisches Stück aus der Feder der namhaften amerikanischen Komponistin Augusta Read Thomas, welches eigens für das Rolston String Quartet geschrieben wurde. Über die Komponistin schrieb Musikkritiker Edward Reichel: „Augusta Read Thomas hat sich einen festen Sitz im Pantheon der Komponisten Amerikas des 20. und 21. Jahrhunderts gesichert. Sie ist ohne Frage eine der besten und wichtigsten Komponisten, die dieses Land heute vorzuweisen hat. Ihre Musik hat Substanz und Tiefe.“ (Edward Reichel, 2015)

Mit Dasol Kim - Klavier  
   
Hungry for Hungary  
Béla Bartók (1881-1945) Streichquartett Nr.1
oder  
Joseph Haydn (1732-1809) Streichquartett g-Moll op.74 No.3, Hob.III:74 “Reiter-Quartett”
György Ligeti (1923-2006) Streichquartett Nr. 1 “Metamorphoses nocturnes” 1953/54
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Béla Bartók (1881-1945) Klavierquintett BB 33

Die Referenzen auf Bartók und Berg, die György Ligeti in seinem ersten Streichquartett brachte, verhinderten für mehrere Jahre dessen Uraufführung und so konnte es erst nach seiner Flucht aus Ungarn 1958 in Wien uraufgeführt werden. In einer Programmnotiz erklärte der Komponist sein Werk wie folgt: „Das erste Wort des Untertitels Metamorphoses nocturnes bezieht sich auf die Form des Stücks. Es ist eine Art Variationsform, jedoch ohne ein spezifisches „Thema“, welches dann variiert wird. Es ist vielmehr so, dass ein und dasselbe musikalische Konzept in ständig neuen Formen wieder auftaucht - daher ist die Bezeichnung „Metamorphoses“ zutreffender als „Variationen“. Bezugnehmend auf den Kompositionsstil des Quartetts warnt Ligeti, man solle nicht den Stil seiner späteren Kompositionen erwarten: „In diesem ersten Streichquartett gibt es sicherlich einige Charakteristiken meiner späteren Musik, die Schreibweise ist jedoch gänzlich anders, „altmodisch“; es gibt immer noch entfernte melodische, rhythmische und harmonische Muster und eine Taktstruktur. Es ist keine nicht-tonale Musik, ist aber auch nicht radikal tonal. Das Stück gehört noch stark zur Bartók-Tradition [...]“